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Heavy Rain und ein Tod mit Bedeutung

7. März 2010

Gleich zu Beginn:

Dieser Post enthält Spoiler zu Heavy Rain. Ihr solltet nur weiterlesen, wenn Ihr es entweder schon gespielt habt oder Euch Spoiler egal sind.

Es ist nicht einfach die Richtigen Worte für Heavy Rain zu finden. Und da ich diesen Beitrag schreibe, nachdem ich die englische Version verfaßt habe, weiß ich auch, daß ich nicht alles schreiben werde, was mir dazu einfällt. Ich weiß auch nicht wirklich, was ich von Heavy Rain halten soll, jetzt wo ich es durch habe. Was die Technik angeht werde ich mich kurzfassen, ich will schließlich kein Review schreiben. Die Graphik ist echt klasse, zeigt, was für eine Power in der PS3 steckt, obwohl das Spiel schon so lange in der Entwicklung war. Der Soundtack paßt überall und trägt erheblich zur Atmosphäre bei, auch das Voice Acting ist sehr gelungen. Nur die Bedienung ist Sch***e und das Spiel ist mir zweimal eingefroren. Was bringt mir nochmal ‘ne Konsole gegenüber dem PC, wenn ich hier Abstürze habe, Spiele installieren muß und schon am Erscheinungstag Patches kommen? Doch dazu irgendwann später mehr.

Zurück zum Thema. Ich habe Heavy Rain in 3 Tage durchgespielt. Hat mich 3 nicht allzulange Sitzungen gekostet. Während ich gespielt habe, war es toll. Hat mich richtig gefesselt. Die Story hat mich gepackt und ich konnte bei den Charakteren wirklich mitfühlen. Meistens zumindest. Und das haben bisher nur wenige Spiele geschafft, bei genauerem Nachdenken eigentlich nur Silent Hill 2. James Sunderland war bisher der einzige Charakter in einem Spiel, mit dem ich so mitgefühlt habe, wie mit Ethan jetzt. Seltsamerweise war es aber nicht die Szene, in der man Josh verliert, noch die verzweifelte Suche nach Shaun, die mich so stark berührt hat. Es war der Moment, als der Drogendealer mir das Foto seiner Töchter zeigte. Ich habe nicht lange gezögert, ich habe abgedrückt, als er irgendwas in der Richtung „ich bin ein Vater“ sagte. Und dann mußte ich kurz Pause machen. Ich habe mich mies gefühlt, richtig mies. Ich habe verdammt viele Horror- und Actionfilme gesehen, ich spiele Shooter seit etwa ’96 und habe wahrscheinlich schon Millionen „Leute“ auf dem Bildschirm erschossen, aber dieses Mal hat es mir zum ersten Mal etwas ausgemacht. Ich hatte einen richtigen Kloß im Hals und habe gefühlt, wie mir Tränen in die Augen stiegen. Vielleicht hat nicht jeder solche Gefühle bei diesem Spiel und vielleicht fanden Andere andere Entscheidungen schwieriger, aber dieser eine Moment war einer der wichtigsten in meinem bisherigen Dasein als Spieler. Weil es zum ersten Mal ein Opfer gab, weil es das erste Mal war, daß ich das Gefühl hatte, es würde jemandem etwas bedeuten, wenn ich abdrücke und dieses Leben beende.

Irgendwelche Unstimmigkeiten in der Geschichte, wie etwa Ethans Blackouts, seine Visionen und die Origamifiguren in seiner Hand, wenn er wieder zu sich kommt, stören mich nicht, auch wenn es schon enttäuschend war keinerlei Erklärung dafür zu bekommen. Es interessiert mich auch nicht, ob Heavy Rain nur eine große Cutscene mit Quicktimeevents ist. Ja, es hat seine Fehler, je mehr ich jetzt darüber nachdenke, umso deutlicher treten sie zutage. Und eigentlich interessiert es mich auch nicht, ob die Geschichte nicht besonders originell ist, oder verwirrend oder sonst was. Heavy Rain hat es geschafft, eine emotionale Verbindung zwischen dem Spieler und dem was auf dem Bildschirm passiert herzustellen, wie es noch kein Spiel vorher geschafft hat. Das ist der ganz große Beitrag, den es zu diesem Medium leistet.

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